Ich versuche mal Euch hier meine Geschichte zu erzählen, wobei ich nicht genau weiß, wie ich anfangen soll!

 

Es fing wohl damit an, dass ich nach meiner Umschulung 2004 arbeitslos wurde, mein Vater starb und ich dann einen Job hatte, wo die Kollegen nach Feierabend immer ein paar Bier tranken. Die erste Zeit trank ich nicht mit. Aber irgendwann fing ich dann auch an nach Feierabend 1, 2 Bierchen mit zu trinken. Dann ab nach Hause, Abendbrot essen und dazu dann auch noch 2 Bier. Irgendwann war es dann soweit, dass ich jeden Abend so erst meine 4-5 Halben trank und merkte, dass es mir morgens gut ging und so wurden aus den 4-5 Halben schnell 10-12 Halbe jeden Abend. Irgendwann konnte ich es gar nicht mehr abwarten, dass es 17:00 Uhr wurde, endlich Feierabend, letzten Kunden Anfahren ausliefern, rein in Supermarkt 4 Halbe holen, die reichten dann erst mal für die 10 km bis zum nächsten Laden, ran Leergut gegen Vollgut tauschen ab in die Firma und erst mal 2 Halbe weg, war nicht so geplant, sollten ja für zu Hause sein also auf dem Heimweg das gleiche Spiel noch mal. Leergut gegen Vollgut tauschen. Zuhause angekommen erst mal schnell einen Schluck aus der Buddel, damit die Frau nicht riecht, das ich schon was getrunken hatte. Hab wirklich geglaubt sie merkt das nicht.

Hatte in der Zeit auch tolle Freunde, die wussten, wie man Party feiert und wann immer Zeit war fuhr ich dort hin auch mit den Kindern, wenn ich heute darüber nachdenke wird mir schlecht, was da hätte alles passieren können, besser nicht drüber nachdenken., sondern dankbar sein, das nichts passiert ist.

Eines Tages sagte meine Frau, wenn ich nicht weniger trinke, würde sie mit den Kindern gehen. Toll dachte ich red´ du man, machst du ja sowie so nicht.

Ich machte ihr Vorhaltungen und sagte  seit dem du dich in der SGH  engagiert zählst du mir jedes Bier in den Hals. Das letzte Mal sagte sie diese am 03.10.2006 und diesmal merkte ich, so wie sie es sagte, so meinte sie es auch. Von diesem Tag an trank ich keinen Tropfen mehr. Den kalten Entzug machte ich zu Hause mit der Hilfe meiner Frau.

Es wusste ja keiner von meinem Problem, selbst ich wollte es ja immer noch nicht wahr haben. Aber der Tag sollte kommen. Meine Frau belatscherte mich solange, bis ich mit ihr oder besser sie mit mir zum Arzt  ging. Oh, was habe ich sie dafür gehasst, weil ich ja gar kein Problem hatte, und nun sollte ich jemandem erzählen ich hätte ein Problem. Nach langem hin und her willigte ich ein, für eine Woche ins KKH  zu gehen, die hatte ihren Willen und ich meine Ruhe.

Rückblickend sage ich heute das das drängeln meiner Frau Gut für mich war und mir die Augen geöffnet hat, denn das, was ich im KKH erlebte ging gar nicht. Ich war nicht so wie die und wollte auf gar keinen Fall so werden. Ich schwor mir: die Woche ziehste hier durch und danach rührste keinen Tropfen mehr an, denn hier willste nie wieder hin.

Nach dem Klinik Aufenthalt änderte sich mein Leben komplett, es gab wieder Hoffnung ich hatte ein Vorstellungsgespräch in einer neuen Firma  und konnte am Montag sofort mit einem Praktikum beginnen. Meine tollen Freunde habe ich seit diesem Tag nie wieder besucht. Ich besuchte dann eine SHG.

Diese Gruppe besuchte ich 2mal, dass erste und das letzte Mal am selben Abend.

Es gab mir nichts und die Leute gefielen mir auch nicht. Ich schwor mir nie wieder SHG -> und heute bin ich fester Bestandteil einer Gruppe und fühle mich gut dabei, meine Erfahrungen weiterzugeben und aus den Erfahrungen anderer zu lernen. Diese Einsicht zu meinem Problem und den Umgang damit, dieses als Krankheit anzusehen verdanke ich meiner Frau. Die trotz aller Lügen und Schauspielerei immer zu mir gehalten hat, bis wir uns 2010 trennten. Ich weiß nicht wo ich heute wäre, wenn ich sie nicht gehabt hätte, vielleicht wäre ich gar nicht mehr.